Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Besondere Bedeutung haben Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Durch ihre hervorragenden Dämmeigenschaften helfen sie nicht nur Energie einzusparen, sondern sind auch ein Garant für ein gesundes Raumklima.
Naturmaterialien haben bereits vor Jahrhunderten das Material zum Dämmen geliefert – jedem bekannt sind hier vor allem Wände und Decken aus Lehm-Stroh-Gemischen.
Zu den neueren Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen zählen Flachs, Hanffasern, Wiesengras, Schafwolle und Getreidegranulat. Produkte aus Zellulose, Sisal, Jute oder Kokos und Holz haben sich bereits seit etlichen Jahren im Markt etabliert.

Nachfolgend ein kurzer Überblick:

Wolle

Durch die natürliche Kräuselung, die hohe Elastizität und das feuchtedynamische Verhalten unterscheidet sich Wolle von anderen Faserdämmstoffen. Durch die Kräuselung wird Volumen mit hohem Lufteinschluss zwischen den Fasern geschaffen. Wolle nimmt bis zu 30 Gewichtsprozent an Feuchtigkeit auf, ohne dass sich die Wärmeleitfähigkeit verändert. Dabei ist für eine gute Lüftung zu sorgen, da die Feuchtigkeit wieder abgegeben werden muss. Die Entzündungstemperatur liegt bei 500 – 600 Grad Celsius, wobei die Wolle nicht schmilzt, sondern nur Asche bildet. Schafwolle kommt zum Dämmen von Wänden, Dächern und Decken sowie zur Isolierung von Luftkanälen und Heizungsrohren in Frage.
Produkteigenschaften:
Diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend, normal entflammbar (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102), schallabsorbierend, geringes Gewicht, hohe Dampfdurchlässigkeit

Flachs

Dämmstoffe aus Flachs gehören mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK zu den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, mit den besten Wärmedämmeigenschaften. Aus bautechnischer Sicht besitzen Dämmstoffe aus Flachs (und auch aus Hanf) eine hohe Formbeständigkeit, schrumpfen also nicht im eingebauten Zustand. Durch natürliche Bitterstoffe sind die Dämmstoffe von Natur aus resistent gegen Schädlingsbefall durch Insekten oder Nagetiere. Alle baurechtlich zugelassenen Produkte erfüllen die Ansprüche des Wasserbinde- und Brandverhaltens. Flachsbaustoffe verursachen keine Hautreizungen und sind problemlos zu verarbeiten. Dies kommt besonders Bauherren entgegen, die in Eigenleistung bauen. Die Flachskurzfaser wird mechanisch verfilzt. Unter Verwendung von Klebern (z.B. Kartoffelstärke) oder mit Vliesbildnern (Kunststofffasern) werden die Kurzfasern geschichtet und zu unterschiedlich starken Dämmstoffmatten verarbeitet.
Produkteigenschaften:
Diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend, normal entflammbar (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102), schallabsorbierend, verarbeitungsfreundlich

Hanf

Hanf darf seit 1996 in Deutschland wieder angebaut werden, die Anbauflächen nehmen seitdem wieder zu. Bei der Herstellung von Dämmplatten und Filzen werden Hanf- und Flachsfasern zum Teil miteinander vermischt. Das Hanfstroh wird in Fasern und Schäben getrennt. Aus Fasern werden Dämmvliese hergestellt, während man Schäben als Dämm- und Ausgleichschüttungen für Fußböden und Decken einsetzt. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 – 0,05 W/mK haben Hanfdämmstoffe ebenfalls sehr gute Dämmeigenschaften.
Produkteigenschaften:
diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend, normal entflammbar (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102), wärme- und schallabsorbierend, verarbeitungsfreundlich

Getreide

Getreideschrot, Kleie, Kalk, Molke und Wasserglas sind die fünf Ausgangsstoffe zur Herstellung von Granulaten. Dämmstoffgranulate sind als raumausfüllender Wärmedämmstoff in der Wand, auf dem Dach oder als Trittschallschutz auf dem Fußboden einsetzbar. Trockenestriche können schwimmend auf Granulaten verlegt werden.
Produkteigenschaften:
schallabsorbierend, geringes Gewicht